ILEK - Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept - Auftaktveranstaltung

Kommunale Allianz Obere Altmühl und Rothenburger Land

Strategiekonzept für die Zukunftsgestaltung der Region

 

ROTHENBURG / COLMBERG. Elf Kommunen bündeln ihre Kräfte und arbeiten künftig in einer gemeinsamen „Kommunalen Allianz“ zusammen. In der neuen Kooperation werden die Aktivitäten der beiden bisher getrennt operierenden Kommunalen Allianzen „Rothenburger Land“ und „Obere Altmühl“ fortgeführt und intensiviert. Die Basis für den interkommunalen Neustart legten die Bürgermeister und ihre Stellvertreter bzw. ausgewählte Gemeinderatsmitglieder auf einem zweitägigen Strategieseminar in der Schule der Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim. Bei dieser Klausurtagung im oberfränkischen Lichtenfels wurden Weichen gestellt, Ziele definiert und Perspektiven aufgezeigt, die als Leitlinien für die Erstellung eines „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes“ (ILEK) dienen sollen.

 

Zum Seminar hatte Bürgermeister Wilhelm Kieslinger (Colmberg) als Sprecher der Lenkungsgruppe auch das Team der Planungs- und Projektierungsbüros eingeladen, die mit der Ausarbeitung des ILEK beauftragt wurden. Eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Würzburger Architekten und Stadtplaner Prof. Martin Schirmer, der WGF Landschaft GmbH Nürnberg und der Insignio GmbH Ippesheim wird das Strategiekonzept im Jahr 2015 erstellen. Am Prozess sind neben den Entscheidungsträgern in den Kommunen auch die Institutionen, Vereine und Interessensgruppen sowie insbesondere die Bürger beteiligt. „Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein wichtiger Faktor, der über den

 Erfolg eines ILEK entscheidet“, erläuterte Hubert Rebhan vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken, das die Kommunale Allianz betreut und auch das ILEK finanziell fördert.  

 

Colmberg, Buch am Wald, Geslau und Windelsbach arbeiten schon seit 1994 in der Kommunalen Allianz Obere Altmühl zusammen. Sie ist eine der ältesten und zugleich kleinsten Vereinigungen  dieser Art. Sie hat sich besonders bei touristischen Projekten und im Wegebau engagiert und kooperiert bei den Bauhöfen. Die Kommunale Allianz Rothenburger Land bringt in den neuen Verbund die Große Kreisstadt Rothenburg o. d. Tauber sowie die Gemeinden Adelshofen, Gebsattel, Insingen, Neusitz, Ohrenbach und Steinsfeld ein. Damit umfasst die „ILE-Region“ – so die amtliche Bezeichnung – in ihrem neuen Zuschnitt jetzt elf Kommunen mit insgesamt knapp 24.000 Einwohnern.

 

Die interkommunale Zusammenarbeit müsse nicht neu erfunden werden, stellte Bürgermeister Hans Beier (Steinsfeld) und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg auf der Tagung einleitend fest. Oberbürgermeister Walter Hartl erinnerte an den Zweckverband Industrie- und Gewerbepark Endsee, der aus einer Initiative der Kommunalen Allianz entstanden sei – „leider ohne die Beteiligung von Insingen und Gebsattel“, wie Bürgermeister Kurt Förster (Rothenburg) betonte. Der Moderator Dipl.-Ing. Lothar Winkler, stellvertretender Leiter des ALE Oberfranken, verwies auf die Erfahrungstatsache, dass sich nicht immer alle Kommunen an allen Projekten in gleicher Weise beteiligen können und müssen: „Die Win-win-Situation unter dem Strich zählt. Es geht um den Erfolg einer Region insgesamt.“

 

Den Weg soll das entstehende ILEK als „umsetzungs- und projektorientiertes Entwicklungskonzept“ aufzeigen. Die Seminarteilnehmer erkannten als wesentliche Handlungsfelder die Bereiche Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Demografie, Innenentwicklung und Daseinsvorsorge. Dafür definierten sie erste Ziele und eine Fülle konkreter Projektideen und Maßnahmen – Anregungen, die in ein schlüssiges Gesamtkonzept einfließen, das Planungsperspektiven für einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren darstellen soll und zugleich eine Voraussetzung für den Zugang zu staatlichen Förderprogrammen bildet.

 

Die nächsten Schritte stehen bereits auf der Agenda der „Lenkungsgruppe“ der Kommunalen Allianz, der alle elf

Bürgermeister angehören: Die gegenwärtig verwendete neutrale Bezeichnung „Obere Altmühl und Rothenburger Land“ soll überdacht und durch einen einprägsamen Namen ersetzt werden. Die Lenkungsgruppe will außerdem die Formen der Zusammenarbeit in einer Geschäftsordnung regeln, der berufene Sprecher soll dann förmlich gewählt werden und bekommt einen Stellvertreter. Bis zur konstituierenden Sitzung im April soll das Planungsteam bereits die ersten Erkenntnisse vorlegen.

 

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Bürgermeister Wilhelm Kieslinger, Sprecher der Kommunalen Allianz „Obere Altmühl und Rothenburger Land“. Markt Colmberg, Am Markt 1, 91598 Colmberg,

Tel. 0 98 03 / 93 29 – 10, Fax  0 98 03 / 93 29 – 20, E-Mail kieslinger@colmberg.de

 

Foto:

Elf Bürgermeister aus Rothenburg und Umgebung, ihre Stellvertreter und ausgewählte Gemeinderatsmitglieder trafen sich zu einem zweitägigen Strategieseminar im Konventbau der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim. Sie bündeln ihre Kräfte in einer gemeinsamen Kommunalen Allianz, um Projekte für die nachhaltige Zukunftsgestaltung der Region zu konzipieren und zu realisieren.

 

 


Beginn der Umsetzungsbegleitung in der ILE-Region Rothenburg

 

In der ILE-Region Rothenburg bewegt sich was: Hier bedeutete der Jahreswechsel nämlich nicht nur den Beginn des neuen Jahres, sondern auch den Startschuss für die Umsetzungsphase des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK). Dies erfolgt mit Unterstützung der neuen Umsetzungsbegleitung, die Anfang Januar ihre Arbeit aufnahm und als eine Art Motor für die Entwicklung der Region fungiert.

 

„Wir freuen uns, dass wir zum Januar den Auftrag für die Umsetzungsbegleitung für unsere ILE-Region vergeben konnten und gehen jetzt in der Umsetzungsphase mit Hochdruck gemeinsam die im ILEK definierten Starterprojekte an, wie beispielsweise die Einführung eines Flexibus-Systems für die gesamte Region. Aber auch verschiedene Tourismus- und Grundversorgungsprojekte sind in der Entwicklungsphase“, sagte Bürgermeister Wilhelm Kieslinger (Markt Colmberg), der gleichzeitig Sprecher der ILE-Region Rothenburg ob der Tauber ist.

 

Das Team der Umsetzungsbegleitung besteht aus Hannes Bürckmann und Linda Kemmler vom Entwicklungs- und Beratungsbüro neulandplus, das bereits seit über 25 Jahren mit Unternehmen, Landkreisen, Kommunen sowie Verbänden und Ministerien auf Landes- bzw. Bundesebene arbeitet. Die beiden Regionalmanager unterstützen die Lenkungsgruppe der ILE-Region bei allen anstehenden Aufgaben, koordinieren die Umsetzung der Projekte, arbeiten an der Projektentwicklung und Antragstellung und sind zentrale Ansprechpartner.

 

Die Umsetzungsbegleitung wird planmäßig an zwei Tagen in der Woche (DI und DO) vor Ort in der Region sein und ist in den Räumen des Rathauses in Gebsattel untergebracht. Jedoch betonte Hannes Bürckmann: „Regionalmanagement bedeutet für uns, vor Ort bei den Akteuren und Projektträgern zu sein, persönliche Gespräche zu führen und zu vernetzen. Daher werden wir nicht immer im Rathaus anzutreffen, sondern viel in der Region unterwegs sein. Wir stehen aber jederzeit für Fragen und Anliegen aller Art per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung“.

Auch die sonstige Information der Bewohner der Region soll nicht zu kurz kommen: „Wir möchten regelmäßig in Form von Newslettern oder kurzen Berichten in den Mitteilungsblättern der Gemeinden darüber berichten, was sich so tut in der Region. Außerdem übernehmen wir die Betreuung der Homepage der Region Rothenburg (www.regionrothenburg.de), die wir zu einer umfassenden Informationsplattform ausbauen wollen“, so Linda Kemmler.

 

Die beiden freuen sich schon sehr auf die Arbeit in der Region und darauf, die Akteure vor Ort dabei zu unterstützen, die Region für die Zukunft zu stärken.

 

Das ILEK wurde in intensiver Planungsarbeit zusammen mit den Bürgermeistern, Experten und Fachstellen und unter starkem Einbezug der Bürgerschaft erarbeitet, Anfang vergangenen Jahres vorgestellt und schlussendlich zur Freude aller Beteiligten vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken (ALE) genehmigt. Es zeigt die grundlegenden Leitlinien für die zukünftige Entwicklung der ILE-Region, bestehend aus den elf Mitgliedsgemeinden (Adelshofen, Buch am Wald, Colmberg, Gebsattel, Geslau, Insingen, Neusitz, Ohrenbach, Rothenburg, Steinsfeld und Windelsbach) auf. Die Erstellung des ILEK und auch die zunächst für zwei Jahre vergebene Umsetzungsbegleitung wird vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken gefördert.

 

In Form der sechs Handlungsfelder Arbeiten, Wohnen, Daseinsvorsorge, Tourismus und Erholung, Landnutzung und Energie, sowie Orte und Landschaft werden besondere Schwerpunkte gesetzt. Um die Region in diesen Bereichen voran zu bringen, sie für die Zukunft zu stärken und ihre Attraktivität zum Beispiel auch für Zuzügler zu steigern, wurden bereits mehr als 70 Projektvorschläge in das ILEK eingearbeitet.

 

Umsetzungsbegleitung Region

 

ROTHENBURG ob der Tauber
www.regionrothenburg.de

 

c/o neuland+ GmbH & Co KG, Regionalbüro Hohenlohe Franken, Hornungshof 3, 74575 Schrozeberg

Hannes Bürckmann, Tel.: 07936 / 99 05 20, Mobil: 0172 / 712 65 97, E-Mail: buerckmann@neulandplus.de

Linda Kemmler, Mobil: 0157 / 87315152, E-Mail: kemmler@neulandplus.de

 

 

Bild „Umsetzungsbegleitung“: Bürgermeister Wilhelm Kieslinger (links) mit Hannes Bürckmann und Linda Kemmler vom Büro neulandplus, die die Umsetzungsbegleitung für die ILE-Region Rothenburg übernommen haben.